Die Anfänge Deutschlands im 10. Jh.

 

Themen:

1. Vorgeschichte: Das Frankenreich nach Karl dem Großen
2. Die Gründung Deutschlands
3. Konrad I. (911-919)
4. Heinrich I. (919-936)
5. Otto I. (936-973)
6. Otto II.(973-983
7. Otto III. (983-1002)
Leseempfehlungen

 

 

 

Karte Deutschlands im 10. und 11. Jahrhundert

Karte Deutschland im 10. Jh.

 


1. Vorgeschichte: Das Frankenreich nach Karl dem Großen

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Nach dem Tod Karls des Große 814 erbte der älteste Sohn Ludwig, genannt der Fromme (Kaiser 814-840) das gesamte Reich. Er versuchte das Reich zusammenzuhalten, war aber nicht der richtige Mann dazu.

Ab den 830er Jahre zerfiel das Frankenreich langsam. Der Hauptgrund lag in den kriegerischen Auseinandersetzungen der Söhne Ludwigs um die Macht.
Noch zu Lebzeiten Ludwigs, aber vor allem nach seinem Tod 840 gab es viele Kämpfe zwischen den Brüdern Ludwig, Lothar und Karl

Die Folge war: Mehrere Teilungen des Frankenreiches in den Jahren 843, 870 und 880 in:

In allen Teilreichen herrschten zwar auch weiterhin die Familie der Karolinger. Sie starben jedoch Stück für Stück aus. So auch im Ostfränkischen Reich:

911 starb der letzte Karolinger Ludwig das Kind

 

2. Die Gründung Deutschlands

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Im Ostfränkischen Reich entstand im Laufe des 9. Jh. das jüngere Stammesherzogtum, d.h. es gab fünf Herzogtümer, die ziemlich unabhängig von einer zentralen Königsmacht regierten. Die Karolingerkönige waren zwar die Herrscher des Reiches, die Macht lag aber zum großen Teil bei den Stammesherzögen.

Diese waren:

Sachsen

Bayern

Franken


Schwaben

Dies war also die Situation 911:

 

3. Konrad I. (911-918)

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Im November 911 wurde der Konradiner Konrad in Forchheim (nördlich von Nürnberg) zum deutschen König gewählt.

Die Gründe waren vielschichtig:

Situation Konrads


Nachfolgeregelung Konrads

Konrad mußte sich am Ende seines Lebens eingestehen, daß das Königsheil offensichtlich nicht auf seiner Seite war. Als Zeichen für das Königsheil betrachtete man in dieser Zeit u.a. die erfolgreiche Abwehr aller äußeren Feinde. Davon konnte bei Konrad keine Rede sein, im Gegenteil: es waren die Herzöge, die den Kampf gegen die Ungarn mehr oder weniger erfolgreich führten.

Auf dem Sterbebett designierte Konrad - ohne Rücksicht auf etwaige Erbansprüche seines Bruders - den Herzog des stärksten Stammes, Heinrich von Sachsen, zu seinem Nachfolger.

Es ist derselbe Heinrich, der als Heinrich der Vogler in die Literaturgeschichte einging. Der Beiname der Vogler beruht auf der Legende, daß Heinrich beim Vogelfang war, als er die Nachricht bekam, daß er der neue deutsche König sei.

Damit gestand Konrad ein, daß er das Königsheil nicht besitzt und ein Würdigerer nun herrschen solle.

 

Die Ballade von Heinrich dem Vogler

Herr Heinrich saß am Vogelherd,
Recht froh und wohlgemut;
Aus tausend Perlen blinkt und blitzt
Der Morgenröte Glut.

In Wies und Feld, in Wald und Au,
Horch, welch ein süßer Schall!
Der Lerche Sang, der Wachtel Schlag,
Die süße Nachtigall!

Herr Heinrich schaut so fröhlich drein:
Wie schön ist heut die Welt!
Was gilt's, heut gibt's 'nen guten Fang!
Er schaut zum Himmelszelt.

Er lauscht und streicht sich von der Stirn
Das blondgelockte Haar...
Ei doch! was sprengt denn dort heran
Für eine Reiterschar?

Der Staub wallt auf, der Hufschlag dröhnt,
Es naht der Waffen Klang;
Daß Gott! die Herrn verderben mir
Den ganzen Vogelfang!

Ei nun! was gibt's? Es hält der Troß
Vorm Herzog plötzlich an,
Herr Heinrich tritt hervor und spricht:
Wen sucht ihr Herrn? Sagt an!

Da schwenken sie die Fähnlein bunt
Und jauchzen: Unsern Herrn!
Hoch lebe Kaiser Heinrich, hoch!
Des Sachsenlandes Stern!

Sich neigend knien sie vor ihm hin
Und huldigen ihm still,
Und rufen, als er staunend fragt:
's ist deutschen Reiches Will!

Da blickt Herr Heinrich tief bewegt
Hinauf zum Himmelszelt:
Du gabst mir einen guten Fang!
Herr Gott, wie dir's gefällt!

(Text nach Johann Nepomuk Vogl (1802-1866) )

 

4. Heinrich I. (919-936)

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Heinrich I. (* 876, † 2. Juli 936 in Memleben) war seit 912 Herzog der Sachsen.

Er entstammt der Liudolfingischen Dynastie, einem sächsischen Adelshaus, das sich auf Herzog Widukind, den Gegenspieler Kaiser Karl des Großen zurückführte. Heinrichs Vater war Herzog Otto von Sachsen.

Heinrich I. war damit der erste König aus der ottonischen Dynastie. Er verstarb am 2. Juli 936 in seiner Pfalz Memleben.

Stabilisierung der Herrschaft Heinrichs

Reaktion Heinrichs

Hauptanliegen Heinrichs

Heinrichs Hauptproblem war ein drohender Zweifrontenkrieg:

Kampf gegen die Ungarn

Nachdem Heinrich seine Macht nach innen, durch die erfolgreichen Auseinandersetzungen mit Bayern und Schwaben, stabilisiert hatte, konnte er sich der größten außenpolitischen Gefahr stellen: den Ungarn.

933 fühlte sich Heinrich dann stark genug und verweigerte den Ungarn die jährlichen Tributzahlung. Er suchte den Kampf gegen die Ungarn. Es kam zur Schlacht an der Unstrut (sächsisch/thüringische Grenze, Ort unbekannt), wo Heinrich die Ungarn besiegte und vertrieb.

Die Folgen dieses Sieges waren für Heinrich sehr positiv:

 

5. Otto I. (936-973)

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Zum ersten Mal erfolgte die Krönung eines deutschen König nach einem wohldurchdachten Zeremoniell und unter Beteiligung aller deutschen Stämme.

Mit diesem Zeremoniell knüpfte Otto an die Tradition Karls des Großen an und machte deutlich, daß er wie Karl zu herrschen beabsichtige.

Folge:

Sein Hauptgegner aber war sein jüngerer Bruder Heinrich, der zweimal gegen Otto rebellierte und besiegt wurde.

Insgesamt versuchte Otto die Herzogsämter mit eigenen Verwandten zu besetzen, um so die Herzogsgewalt durch Familienbande zu kontrollieren:

Aber dieses System der Amtsherzöge bewährte sich nicht, denn diese identifizierten sich schnell mit den Interessen des jeweiligen Landes. Die Treue innerhalb der Familie war kein Garant für inneren Frieden. Es kam zu Aufständen:

Liudolfingischer Aufstand 953

Schlacht auf dem Lechfeld 955

Mit einem starken Aufgebot aus allen deutschen Stämmen besiegte er die Ungarn auf dem Lechfeld, bei Augsburg. Als Folge davon erhielt Otto den Beinamen 'der Große'.

Außenpolitik:

Ungarn

Der deutsche Osten

Lothringen und Burgund

Die Reichskirchenpolitik Ottos

Otto fand als Verbündete und Gegengewicht gegen die Stammesherzögen die Kirche. Er knüpfte damit an die Politik Konrads I. an.

Fazit

Folge

Ottos nächstes Projekt war die Erlangung der Kaiserwürde und dazu mußte er nach Rom ziehen und sich um Italien kümmern.


Kaiserkrönung und Italienpolitik Ottos I.

Situation Italiens im 10. Jahrhundert

1. Italienzug Ottos I. 951

Im September 951 zog Otto mit einem großen Heer nach Italien, ging nach Pavia und nannte sich ohne Wahl "König der Langobarden". Ein Titel, den schon Karl der Große geführt hatte.

2. Italienzug Ottos 961

Neuregelung des Verhältnises zwischen Kaiser und Papst durch Otto.

Das Kaisertum Ottos I.

Wenige Jahre nach seiner Kaiserkrönung sorgte Otto I. für eine klare Nachfolgeregelung: 967 ließ er seinen Sohn Otto II. in Rom zum Kaiser krönen und verheiratete ihn 972 mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu.


Fazit der Herrschaft Ottos des Großen:

973 starb Otto an einem schweren Fieber und wurde in der Magdeburger Kathedrale beigesetzt.

 

6. Otto II. (973-983)

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Otto II. herrschte nur sehr kurz und es gibt nur wenig von ihm zu berichten.

 

7. Otto III. (983-1002)

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Während der Minderjährigkeit Ottos III. regierten zwei Frauen das Reich.

Allerdings: Süditalien und Rom entglitten der kaiserlichen Herrschaft.


Selbstherrschaft Ottos III. (ab 995)

Mit 15 Jahren wurde Otto III. mündig und übernahm selbst die Regierung.

Zur Person:

'Renovatio imperii Romanorum'

= die Erneuerung des Reiches der Römer. Dies ist das Herrschaftsmotto Ottos III.

Und Deutschland?

Auch in Italien erging es Otto III. nicht besser, wenn auch aus anderen Gründen.

Wie erging es Deutschland unter den Ottonen?


Bayern

Slawenaufstand 983

 

Leseempfehlungen

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Stand: 10.07.2003

ENDE